Eisenmangel bei Frauen erkennen und behandeln
Frauen sind aufgrund von Menstruation, Schwangerschaft und Ernährung besonders anfällig für Eisenmangel.
Eisen ist ein zentraler Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und für den Sauerstofftransport im Körper unerlässlich. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter haben einen erhöhten Eisenbedarf, da monatliche Blutverluste, Schwangerschaft und Stillzeit zusätzliche Anforderungen stellen. Eine unzureichende Zufuhr über die Nahrung oder anhaltende Blutverluste können rasch zu einem ernährungsbedingten Eisenmangel führen, der sich langfristig in einer Eisenmangelanämie manifestiert.
Symptome
Ein sinkender Eisenhaushalt macht sich häufig durch anhaltende Müdigkeit, Leistungsknick, Kurzatmigkeit und Konzentrationsstörungen bemerkbar. Blasse Haut und Schleimhäute, brüchige Nägel, Haarausfall sowie kalte Hände und Füße sind typische Begleiterscheinungen. In schweren Fällen können Herzklopfen, Ohrensausen und ein erhöhtes Infektionsrisiko auftreten, da Eisen eine Rolle in der Abwehrfunktion spielt.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt über eine Blutuntersuchung, bei der Hämoglobin, Serumferritin, Transferrinsättigung und gegebenenfalls weitere Parameter wie der Retikulozytenindex bestimmt werden. Ein erniedrigter Ferritinwert gilt als sensitiver Marker für Eisenmangel, noch bevor sich eine manifeste Anämie mit erniedrigtem Hämoglobin zeigt. Zudem sollte der Arzt mögliche Ursachen abklären, etwa chronische Blutverluste durch starke Regelblutungen, Magen-Darm-Erkrankungen oder eine gestörte Eisenaufnahme in der Darmschleimhaut.
Substitution
Zur Behandlung empfiehlt sich eine Kombination aus Ernährungsumstellung und gezielter Eisensubstitution. Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse und Vollkornprodukte liefern bioverfügbares Eisen, das sich durch Vitamin C-reiche Lebensmittel besser aufnehmen lässt. Bei diagnostiziertem Mangel werden orale Eisenpräparate verordnet, in der Regel als Eisen(II)-Salz mit einer täglichen Elementardosis von 50–100 mg. Um Magenbeschwerden zu reduzieren, empfiehlt sich die Einnahme auf nüchternen Magen oder in Kombination mit milden Speisen und das Meiden von Kaffee, Tee oder Milchprodukten zeitgleich zur Einnahme. Die Therapie sollte über mindestens drei bis sechs Monate fortgeführt werden, bis die Eisenspeicher wieder aufgefüllt sind. In schweren Fällen kann eine intravenöse Zufuhr unter ärztlicher Aufsicht notwendig sein.